Ein Service des IFK

Wir sind Mitglied im »Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e.V.«.
Dieser Verband versorgt Sie an dieser Stelle mit aktuellen Beiträgen rund um das Thema Gesundheit und Physiotherapie.

Viel Spaß beim Stöbern.

Neues aus der Welt der Gesundheit

Unser Bundesverband für selbständige Physio-Therapeuten IFK bietet Ihnen hier einen besonderen Nachrichtenservice. Zum Wohle Ihrer Gesundheit und als Anregung für mehr Aktivität wenn es um Ihr körperliches Wohlbefinden geht. Dafür sind wir da - für Sie.

Ab ins kühle Nass

Gelenkschonendes Training im Element Wasser

Es gibt wohl kaum eine Sportart, die den Körper auf so vielfältige Art und Weise trainiert wie Schwimmen. Durch die natürliche Auftriebskraft des Wassers ist Schwimmen besonders gelenk- und bänderschonend, die Belastung der Strukturen ist wesentlich geringer als an Land.

„Menschen mit Gelenkproblemen profitieren von den breit gefächerten Eigenschaften des Wassers. Aber auch hier kommt es auf die richtige Technik an“, erklärt Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Egal, ob Arthrose oder eine vorangegangene Verletzung: Im Wasser erleben die Patienten nicht selten zum ersten Mal wieder, dass sie sich schmerzfrei bewegen können. Je nach Vorerkrankungen eignen sich unterschiedliche Schwimmstile. Gerade beim Brustschwimmen sollten sich Ungeübte vorab Unterstützung hinsichtlich des Erlernens der ergonomisch sinnvollen Technik holen, um beispielsweise den Nacken nicht zu stark zu beanspruchen. Bei Knieproblemen ist eine Beratung bezüglich des Beinschlags sinnvoll.

Ute Repschläger fügt hinzu: „Neben dem üblichen Bahnenschwimmen gibt es auch Krankengymnastik im Bewegungsbad, die vom Arzt verordnet werden kann.“ Hier werde ebenfalls die Wirkung des Auftriebs sowie des Reibungswiderstands des Wassers genutzt. Unter professioneller Aufsicht des Physiotherapeuten werden patientenzentrierte Übungen zur Kräftigung der Muskulatur durchgeführt, die der Patient nach der Therapie auch eigenständig im Wasser durchführen kann. „Das Element Wasser bietet Patienten mit verschiedensten Problemen eine Möglichkeit, sich endlich wieder freier bewegen zu können und so einen Schritt Richtung Genesung zu machen“, erläutert Repschläger.

Und was gibt es Erfrischenderes, als bei diesen sommerlichen Temperaturen ins kühle Nass zu steigen?!

Wenn die Hexe zugeschlagen hat

Wärme hilft bei akuten Lendenwirbelsäulenschmerzen

Eine unglückliche Bewegung, eine nicht angemessene Anspannung der Muskulatur – und schon schießt die Hexe in den Rücken. Bei einem Hexenschuss blockiert ein Gelenk in der Lendenwirbelsäule. In der Folge verspannt sich schlagartig die umliegende Muskulatur, um den Bereich möglichst ruhig zu stellen. Viele Betroffene wissen sich im ersten Moment kaum zu helfen. Der unerwartete Schmerz zwingt sie in eine Schonhaltung.

Meist führt dies zu einem Arzttermin. Nach erfolgter ärztlicher Kontrolle liefert die Physiotherapie dann einen wertvollen Beitrag im Heilungsprozess und der Prävention. Therapeuten können zunächst die Gelenkblockierung durch Manuelle Therapie lösen. „Außerdem erfahren die Patienten häufig eine deutliche Schmerzlinderung durch Entspannung der betroffenen Muskulatur. Hierbei stellt die Wärmetherapie eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Physiotherapie dar“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Besonders eine heiße Rolle mit feuchten Tüchern eigne sich. „Die Wärme dringt durch die Feuchtigkeit besser in die tiefe Muskulatur vor“, erläutert Repschläger. Der Arzt kann die Wärmetherapie auf der Heilmittelverordnung mit allgemeiner Krankengymnastik (KG) oder Manueller Therapie (MT) kombinieren. Dann wird einerseits aktiv auf einen ökonomischen Bewegungsablauf hingearbeitet und andererseits die verspannte Muskulatur bearbeitet. Bekräftigt wird dies in der „Nationalen Versorgungsleitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“, in der sich Fachleute für eine physiotherapeutisch angeleitete Bewegungstherapie bei akuten Kreuzschmerzen aussprechen, die sinnvoll durch Wärmetherapie und Manuelle Therapie ergänzt werden kann.

Physiotherapeuten unterstützen die Patienten zudem dabei, dass die Hexe so schnell nicht wieder zuschlägt. Sie geben Tipps für ein häusliches Übungsprogramm, bei dem die Mobilisation des Rückens sowie Dehnübungen im Mittelpunkt stehen. Dadurch wird die Beweglichkeit erhöht. Auch Kräftigungsübungen am Gerät sowie eine Korrektur der Körperhaltung sind sinnvoll.

Stürze: Prävention kann Risiko minimieren

Wie Sie sich schützen und wieder auf die Beine kommen

Die meisten Menschen werden in ihrem Leben bereits Erfahrungen mit Stürzen und ihren Folgen gemacht haben. Insbesondere für ältere Menschen können Stürze dabei teils schwerwiegende körperliche und auch psychische Folgen haben. Die gute Nachricht ist, dass sich mit etwas Einsatz und durch ein geeignetes Training die persönliche Sturzgefahr effektiv verringern lässt. Stürze zählen zu den bedeutendsten und häufigsten Verletzungsursachen. Zu den häufigsten Sturzfolgen zählen Knochenbrüche, die gerade bei älteren Menschen vielfach einen Krankenhausaufenthalt nach sich ziehen und so eine ungünstige Abwärtsspirale in Gang bringen können. Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), empfiehlt deshalb: „Beginnen Sie frühzeitig damit über eine gezielte Sturzprävention nachzudenken. Gemeinsam mit Ihrem Physiotherapeuten können Sie dazu geeignete Strategien und Trainingsmaßnahmen entwickeln.“ Mögliche Ursachen für einen Sturz können in einer Vielzahl von Faktoren bestehen. „Als erster Schritt ist es daher besonders wichtig, gemeinsam und gründlich die persönliche Sturzgefahr und deren Ursachen zu betrachten. Die hierauf aufbauende Physiotherapie kann dann insbesondere zur Verbesserung von Gleichgewicht, Kraft und Motorik beitragen“, erklärt Bewegungsexpertin Ute Repschläger. Sinnvoll ist es, dieses motorische Training zudem durch Aufgaben zu ergänzen, die die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit beanspruchen. Dann wird die Hirnleistung in der Weise trainiert, dass in Stresssituationen mehrere Tätigkeiten sicher gleichzeitig ausgeführt werden können. Wie viel schwerer es fällt, nicht bloß auf einem Bein zu stehen, sondern dabei laut von 100 in Siebener-Schritten abwärts zu zählen, kann man leicht selber ausprobieren. Durch solche regelmäßigen Übungen sinkt das Sturzrisiko. Hat sich trotz aller Bemühungen ein schwerer Sturz mit seinen Folgen nicht vermeiden lassen, leistet auch hier die Physiotherapie einen wichtigen Beitrag zur Rehabilitation. Physiotherapeuten arbeiten mit den Betroffenen dabei stets auf die Wiederherstellung und den Erhalt einer bestmöglichen Teilhabe am Alltag hin. „Klares Ziel ist es jedoch die Häufigkeit von Stürzen durch präventive Physiotherapie entscheidend zu senken“, bilanziert Ute Repschläger

Therapeutisches Klettern vielseitig einsetzbar

Der Weg ist das Ziel

Klettern ist als Trendsportart bekannt und wird immer häufiger begeistert als Alternative zum Krafttraining im Fitnessstudio durchgeführt. Das therapeutische Klettern hingegen kommt in Deutschland bisher nur selten zum Einsatz. Dabei sind die verschiedenen, positiven Effekte auf Koordination, Muskelstabilisierung und Beweglichkeit durch wissenschaftliche Studien belegt. Darüber hinaus gibt es klare Hinweise, dass im Krankheitsfall nicht betroffene Nervenzellen im Gehirn durch das therapeutische Klettern dazu angeregt werden, verloren gegangene Hirnfunktionen (z. B. Steuerung und Kontrolle von Bewegungen) zu übernehmen. Somit kann eine Kletter-Therapie vielfältig eingesetzt werden, etwa bei Rückenschmerzen oder Gelenkverletzungen, aber z. B. auch nach einem Schlaganfall. „Therapeutisches Klettern stellt eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Physiotherapie dar“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. Beim therapeutischen Klettern werden gezielte Übungen an neigbaren Therapiewänden im Boulderbereich – d. h. stets in Absprunghöhe – durchgeführt. Hier liegt auch schon ein erkennbarer Unterschied zum Sportklettern: Es geht nicht immer nach ganz oben und die Schwierigkeit der Routen steht ebenfalls im Hintergrund. Verschiedene Bewegungen, z. B. Greif- und Zugbewegungen, welche mit dem gesamten Körper ausgeführt werden, fördern sowohl die sensorischen als auch die motorischen Fertigkeiten. Die tiefensensiblen Reize verhelfen so u. a. zu einem besseren Gleichgewicht und einer Anpassung der Muskulatur. Die motorischen Fähigkeiten Koordination, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit der Patienten werden geschult, wodurch das therapeutische Klettern einen positiven Effekt auf den gesamten Körper hat. „Durch die Vielfalt der Effekte können auch Patienten mit langjährigen Problemen am Bewegungsapparat vom Klettern profitieren“, so Ute Repschläger. Patienten mit Rückenschmerzen oder einer Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) haben oftmals bereits viele Therapieansätze ausprobiert und werden somit vereinzelt „therapiemüde“. Und genau hier hilft das therapeutische Klettern, wie eine Studie zeigt [Schluep, A., 2016]: Bereits nach vierwöchiger Klettertherapie verbesserte sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Rumpfkraft. Zudem stieg auch die Griffkraft deutlich. Ebenfalls konnte gezeigt werden, dass es zu einer Zunahme der Wirbelsäulenmobilität kam, wodurch die Prävention von Rückenbeschwerden unterstützt wird. Therapeutisches Klettern stellt ein abwechslungsreiches Training dar, bei dem der gesamte Körper gefordert und gefördert wird. Diesen ganzheitlichen Körpereinsatz mit speziellen Bewegungsmustern gibt es an kaum einem anderen Trainingsgerät. Ute Repschläger hierzu: „Je nach zugrundeliegender Erkrankung werden alltagsrelevante Bewegungsübergänge trainiert, die beide Körper- und Gehirnhälften verknüpft, die Rückenmuskeln gekräftigt oder Beinachsen und Schultergelenke stabilisiert.“ Neben dem Einsatz in Therapie und Rehabilitation, findet therapeutisches Klettern auch in der Prävention immer mehr Anwendung. Es beugt Haltungsschwächen und einem muskulären Ungleichgewicht vor, regt das Herz-Kreislauf-System an und vermittelt daneben noch Spaß an der Bewegung.

Die Balance wiederfinden – gemeinsam mit Ihrem Physiotherapeuten

Gleichgewichtstraining effektiv bei Morbus Parkinson

Rund 4,1 Millionen Menschen sind weltweit betroffen, in Deutschland sind es schätzungsweise zwischen 250.000 und 280.000 Personen: Morbus Parkinson ist eine komplexe, neurologische Erkrankung, die für viele Menschen erhebliche Einschränkungen im Alltag mit sich bringt.

Typische Symptome sind verlangsamte Bewegungen, Zittern (Tremor) sowie ein gestörtes Gleichgewicht. Besonders gefährlich wird es, wenn die Patienten unsicher auf den Beinen sind und somit ein erhöhtes Sturzrisiko besteht. Nicht selten führt dies zu Knochenbrüchen, die zusätzlich zur Parkinson-Erkrankung den Patienten das Leben erheblich erschweren.

Um dem vorzubeugen, kann und sollte der Arzt eine Heilmittelverordnung für Physiotherapie ausstellen. Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) erklärt: „Die Behandlung von Morbus Parkinson ist bereits in der physiotherapeutischen Ausbildung fester Bestandteil und viele Therapeuten spezialisieren sich durch Fortbildungen weiter auf den neurologischen Bereich.“

Gemeinsam mit dem Physiotherapeuten lassen sich Nah- und Fernziele abstimmen und somit ein individuelles Behandlungsprogramm festlegen. Zur Verbesserung des Gleichgewichts gibt es zahlreiche Trainingsmöglichkeiten, außerdem lassen sich Stürze durch ein Fallprophylaxe-Programm eindämmen bzw. vermeiden. Je eher mit dem Training begonnen wird, desto weniger kommen Unsicherheit und Sturzängste beim Patienten auf. „Das Gleichgewichtstraining wird an die Fähigkeiten des Patienten angepasst und kann zunehmend gesteigert werden. So kann man z. B. nach einiger Zeit sogar teilweise auf unebenen Untergründen und in realen Lebenssituationen die Balance trainieren.“, erklärt Ute Repschläger.

Erst kürzlich konnte eine Studie aus Südafrika zeigen, dass Gleichgewichtstraining zu einer verbesserten Schrittabfolge (Länge, Geschwindigkeit und Frequenz) führte und sich die Patienten im Anschluss sicherer fühlten. Durch regelmäßige Physiotherapie kann dem Patienten zu mehr Lebensqualität verholfen werden und gleichzeitig weitere, nervenaufreibende Behandlungen eingedämmt werden. Denn auch mit der Diagnose Morbus Parkinson können Patienten noch aktiv am Leben teilnehmen und festen Schrittes durch den Alltag gehen.

Der Nerv in der Klemme

Warum Operationen nicht immer notwendig sind

Viele Menschen, die täglich mit ihren Händen arbeiten, kennen dieses Kribbeln oder Taubheitsgefühl, das sich vom Daumen bis zum Mittelfinger ausbreitet und die Handfunktionen beeinträchtigt. Grund dafür ist häufig ein eingeklemmter Nerv im Handgelenk, das sogenannte Karpaltunnelsyndrom. Wenn die ärztliche Empfehlung lautet, den Nerv operativ zu befreien, ist die Frage berechtigt: Ist diese mit Risiken verbundene Behandlungsmethode wirklich notwendig?

Handwerker, Zahntechniker, Reinigungskräfte – sie alle sind im Beruf auf ihre Hände angewiesen. Doch bei täglich hohen Belastungen können auch die stärksten Hände irgendwann schlappmachen. Eine dauerhafte Druckbelastung im Handgelenk sorgt dafür, dass der Nerv eingeengt und seine Leitfähigkeit reduziert wird. Tritt dieser Fall auf, spricht man im Fachjargon von dem sogenannten Karpaltunnelsyndrom, das Schmerzen, Empfindungsstörungen oder sogar Taubheit hervorrufen kann.

Behandlungsmöglichkeiten gibt es viele. Obwohl meist zunächst mit einer konservativen Therapie, wie Physiotherapie, begonnen wird, finden vielfach trotzdem zusätzlich operative Eingriffe statt. In dem Glauben, dem Schmerz mit einer Operation kurzfristig ein Ende bereiten zu können, nehmen viele Patienten diese Option dankend an. Fakt ist jedoch: Die langfristige Wirksamkeit von Operationen ist oft fraglich. Eine aktuelle Studie der Universität Madrid belegt, dass eine operative Maßnahme konservativen Behandlungen, wie Physiotherapie, keineswegs überlegen ist. In den ersten drei Monaten der Behandlung erzielt Physiotherapie sogar bessere Ergebnisse. Danach sind die Ergebnisse bei Schmerz und Funktionsfähigkeit gleich.

Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) empfiehlt deshalb: „Operative Eingriffe sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da sie immer mit einem gewissen Restrisiko wie Infektionen verbunden sind.“ Physiotherapeuten führen im Rahmen der Behandlung zunächst eine ausführliche physiotherapeutische Diagnostik durch und entwickeln je nach Verlauf und Stärke der Beschwerden einen zielgerichteten Behandlungsplan, bei dem auch die Dauer der Therapie näher eingegrenzt werden kann. „Die Behandlung besteht aus speziellen Techniken beispielsweise zur Mobilisation der Handwurzelknochen oder Verbesserung der Gleitfähigkeit der Nerven. Darüber hinaus vermitteln Physiotherapeuten den Patienten zielgerichtete Übungen zur Verbesserung der Durchblutung und zur Dehnung ausgewählter Muskeln im Handgelenksbereich, die die Patienten anschließend auch zuhause durchführen können“, erklärt Ute Repschläger.

Bei der Behandlung ist allerdings Ausdauer gefragt. Maßnahmen über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten sind keine Seltenheit. Doch das Durchhaltevermögen zahlt sich aus. Trotz der unangenehmen Symptome und der langen Behandlungszeit ist das Karpaltunnelsyndrom eine Erkrankung, die mit hoher Erfolgsquote therapiert werden kann. Der einzige Nachteil: Dann gibt es für den Frühjahrsputz oder die Gartenarbeit in dosiertem Maße künftig keine Ausrede mehr.

Gestärkt durch die Schwangerschaft

Geburtsvorbereitung beim Physiotherapeuten

Mit dem wachsenden Bauch wächst auch die Vorfreude auf das kleine Wesen, das sich dort langsam entwickelt. Doch je größer der Baby-Bauch wird, desto eher können auch Beschwerden wie Rückenschmerzen entstehen. In Geburtsvorbereitungskursen bei Physiotherapeuten können schwangere Frauen neben klassischen Kursinhalten auch gezielte Tipps erhalten, um Beschwerden präventiv vorzubeugen.

Angebote zur Geburtsvorbereitung vermitteln hilfreiche Übungen, die sowohl während als auch nach einer Geburt positive Effekte erzeugen können. In den Schwangerschafts-Kursen lernen werdende Mütter Übungen zur Kräftigung, Atmung und Ansteuerung des Beckenbodens sowie Entspannungstechniken. Mittlerweile dürfen neben Hebammen auch Physiotherapeuten die Geburtsvorbereitung anbieten, für die die gesetzliche Krankenversicherung aufkommt. Das bietet zukünftigen Müttern die Chance, sich nicht nur für den Geburtsvorgang, sondern auch für die Zeit der Schwangerschaft muskulär zu wappnen.

Bewegung für den Baby-Bauch


„Als Bewegungsexperten haben Physiotherapeuten einen geschulten Blick für Bewegungsabläufe. In Geburtsvorbereitungskursen können sie schwangere Frauen auch zu einem ökonomischen Bewegungsverhalten für die Zeit der Schwangerschaft anleiten“, so Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Um beispielsweise das Risiko für Rückenschmerzen durch den Baby-Bauch zu verringern, ist es wichtig, die Gewichtsverlagerung muskulär anzupassen und die Gelenke zu stabilisieren. Da Physiotherapeuten die Muskelverläufe im Körper genau kennen, können sie bestimmen, welche Muskeln für die Zeit der Schwangerschaft entlastet oder gestärkt werden müssen, und entsprechende Übungen vermitteln.

Auch moderate Sportübungen wirken sich positiv auf Rücken- oder Beckengürtelschmerzen aus und bringen werdenden Müttern körperliche und mentale Vorteile. Das belegen Forscher aus Schweden, die Ergebnisse aus zehn Studien zu einem Review zusammengefasst haben: Körperliche Betätigung erhöht nicht nur die Kondition, sondern senkt auch das Risiko für schwangerschaftsbedingte Schmerzen. Außerdem weisen sportlich aktive Frauen während der Geburt eine bessere Kondition auf und haben gleichzeitig eine kürzere Geburtszeit. Auch das Risiko für Geburtskomplikationen und die Anzahl an Kaiserschnitten ist sinkt, je mehr Frauen sich während der Schwangerschaft bewegen.

Bewegung fördern, Risiko vermeiden


Eine weitere Studie aus Dänemark, die Frauen rückwirkend zu ihrem Sportverhalten während der Schwangerschaft befragte, untermauert diese Erkenntnis. Sie bestätigt, dass die Dauer der sportlichen Betätigung pro Woche mit einem geringeren Schmerzrisiko und mehr Kraft für die Geburt einhergeht. Die Wissenschaftler raten jedoch dazu, Risikosportarten zu vermeiden. Ute Repschläger weist in diesem Kontext darauf hin: „Besonders mit einem kleinen Passagier im Bauch sollten schwangere Frauen vorab mit ihrem Gynäkologen und Physiotherapeuten sprechen, inwiefern sie ein angepasstes Training durchführen können. Mit der richtigen Bewegung kommen Sie in jedem Fall gestärkt durch die Schwangerschaft.“

Fit und agil durch den Skiurlaub

So beugen Sie Verletzungen und Stürzen vor

Sobald die Temperaturen fallen, die Skigebiete frischen Neuschnee vermelden und die Lifte anlaufen, schlüpfen Jung und Alt in die Skischuhe. Für viele ist der Winterurlaub das Highlight des Jahres. Damit die Pistengaudi jedoch nicht frühzeitig endet, ist Vorsicht und nach Möglichkeit auch Vorsorge geboten. Wer schon frühzeitig den inneren Schweinehund überwindet, kann Verletzungen und Stürzen vorbeugen.

Knieverletzungen zählen mit über 40 Prozent zu den häufigsten Verletzungen von Skifahrern. Gerade ungeübte Fahrer überschätzen oft ihre Fähigkeiten und sind besonders anfällig für Verletzungen. Ein typisches Beispiel sind mehrere Bänderrisse im Knie: Bleibt der Ski samt Skischuh im Schnee stecken und verdreht sich im Sturz der Oberkörper, können ein oder mehrere Bänder im Kniegelenk beschädigt werden. Die Folge ist eine monatelange Rehabilitationsphase. Die Sturzursache steht oft in direktem Zusammenhang mit konditionellen Schwächen. Für Sportmuffel ist die Sturzgefahr auf der Piste also besonders groß.

Körperliche Fitness ist die beste Prophylaxe


Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), rät daher zu rechtzeitiger Prophylaxe: „Beginnen Sie nach Möglichkeit etwa sechs Wochen vor dem Skiurlaub, Ihre Muskeln für die Belastung auf der Piste zu stärken. So beugen Sie nicht nur Muskelkater, sondern auch Stürzen und Verletzungen vor. Als Ausdauertraining sind Radfahren oder joggen zwei- bis dreimal wöchentlich für ca. 30 Minuten empfehlenswert. Eine gute Übung, um sowohl die Bein- und Rumpfmuskulatur zu kräftigen als auch die Koordination und Gleichgewichtsfähigkeit zu fördern, sind regelmäßige Kniebeugen – am besten auf einer instabilen Unterlage.“

Weniger Risiko mit Physiotherapie


Zieht man sich im Skiurlaub dennoch eine Knieverletzung zu, sollten sich Patienten nicht zu schnell zu einer Operation verleiten lassen. Laut aktueller Forschungsergebnisse bringt die Behandlung von Kreuzbandverletzungen mit Physiotherapie gleich gute Resultate wie eine Operation – jedoch mit wesentlich kleinerem Risiko und weniger Nebenwirkungen. „Durch einen operativen Eingriff wird das Gelenk zunächst ruhig gestellt, sodass Muskulatur und Durchblutung abnehmen. Damit verzögert sich auch die Wundheilung. Physiotherapie kann dieser Problematik effektiv entgegenwirken und eine beschleunigte Rückführung in den Alltag ermöglichen“, erklärt die Physiotherapeutin Ute Repschläger.

Bewegung und Muskelstärkung ist also in jeglicher Hinsicht die beste Methode, um sich noch oft auf den Skiurlaub freuen zu können.

Haltung bewahren

Beschwerden am Arbeitsplatz effektiv vorbeugen

Fast alle Arbeitskräfte, die überwiegend sitzend tätig sind, kennen das Problem: Man sitzt wie gebannt vor dem Computer und bemerkt gar nicht, dass man sich seit Stunden in ein und derselben Haltung befindet. Die Konsequenzen sind erst abends zu spüren, wenn der Rücken schmerzt oder der Arm schwer wird. 80 Prozent der Probleme am Muskel-Skelett-System werden durch Bewegungslosigkeit am Arbeitsplatz verursacht. Eine Zahl, die alarmierend ist und zum Handeln auffordert.

Jeder Zweite leidet unter Beschwerden

Eine Erwerbstätigenumfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat ergeben, dass knapp die Hälfte der Arbeitnehmer an Nacken- und Schulterschmerzen leiden und deshalb bereits häufig in ärztlicher Behandlung sind. Dicht gefolgt werden diese Beschwerden von Rückenschmerzen sowie Ellenbogen- und Unterarmproblemen. Besonders stundenlanges Sitzen vor dem Bildschirm in Kombination mit einer falschen Bedienung der Maus und Tastatur begünstigen die Probleme.  

Insbesondere Bürokräfte, die viel und schnell tippen müssen und teilweise stundenlang verkrampft auf der Maus verharren, sind häufig vom sogenannten Mausarm betroffen. Typische Symptome sind Kraftverlust, Bewegungseinschränkung im Arm und Kribbeln in der Hand oder in den Fingern. Im schlimmsten Fall kann der Mausarm sogar dazu führen, dass der Betroffene nicht einmal mehr die Kaffeetasse anheben kann. 

Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) e. V., rät den Arbeitnehmern: „Der Arbeitsplatz sollte möglichst ergonomisch ausgerichtet sein, um verkrampften Sitzpositionen vorzubeugen. Ein weiterer wichtiger Punkt sind regelmäßige Bildschirmpausen, damit sich die Augen erholen und Sie immer wieder eine andere Haltung einnehmen können.“ 

Viele Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmern bereits die Möglichkeit, sich im Rahmen von betrieblicher Gesundheitsförderung von einem Physiotherapeuten beraten zu lassen, um den Arbeitsplatz z. B. hinsichtlich Sitzhöhe, Bildschirmabstand oder Maus- und Tastaturbedienung, nach möglichst optimalen ergonomischen Standards auszurichten. 

Neue Medien bringen neue Krankheiten

In der heutigen Zeit verbringen wir jedoch auch außerhalb des Büros viel Zeit vor dem Bildschirm. Nach Feierabend werden auf dem Smartphone noch schnell die E-Mails überprüft oder man bereitet abends auf dem Tablet noch eine Präsentation für den nächsten Tag vor. Die Folgen der Mentalität der ständigen Erreichbarkeit sind neue Erkrankungen, wie der SMS-Daumen und der Smartphone-Nacken, denn unser Körper ist für solche Bewegungen nicht ausgelegt. Vielschreiberei am Handy kann sogar zu einer Sehnenscheidenentzündung mit langwierigem Heilungsprozess führen.  

„Damit es nicht soweit kommt, sollte man immer wieder kurze Lockerungs- und Dehnübungen machen. Einfache Übungen, die sich überall durchführen lassen, sind z. B. Daumenkreisen oder ein mehrmaliges langsames Schließen und Öffnen der Hand. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollten Sie sich jedoch in fachmännische Behandlung begeben“, empfiehlt Fachfrau Ute Repschläger.

Der Kampf gegen die Vergesslichkeit

Mit Physiotherapie Demenz entgegenwirken

Wo habe ich das Brot hingelegt? Warum fällt mir der Name nicht ein? Diese und viele andere Fragen stellen sich täglich rund 1,5 Millionen Menschen, die deutschlandweit an Demenz erkrankt sind. Besonders alarmierend ist, dass die Zahlen täglich um rund 100 Neuerkrankte steigen. Doch nun machen aktuelle Studien Hoffnung: Demenz- und Alzheimererkrankte können mithilfe von Physiotherapie eine Symptomlinderung sowie eine erhöhte Lebensqualität erreichen. Eine weitere wichtige Rolle spielt die Prävention. Wenn Menschen ihre körperliche Aktivität steigern, kann das Demenzrisiko um die Hälfte gesenkt werden. Auch dabei können Physiotherapeuten mit  individuell zugeschnittenen Präventionsprogrammen unterstützend mitwirken.

Dementielle Erkrankungen auf dem Vormarsch


Bei Demenz kommt es zu einer schrittweisen Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit, die zu massiven Einschränkungen in der Lebensqualität und zum vollständigen Verlust der Selbstständigkeit der Betroffenen führen kann. Die häufigste dementielle Erkrankung ist die Alzheimer-Krankheit, die besonders durch Ablagerungen im Gehirn hervorgerufen wird. Momentan sind weltweit mehr als 25 Millionen Menschen von Demenz betroffen, 70 Prozent dieser Fälle sind der Alzheimer-Krankheit geschuldet. Zu den Risikofaktoren, die zur Entwicklung einer Demenz führen, zählen besonders Bewegungsmangel, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, Diabetes und fehlende geistige Herausforderungen.

Demenzpatienten profitieren von Physiotherapie


Die medikamentöse Behandlung der Demenz hat in den letzten Jahren nur bedingte Fortschritte vorweisen können. Stattdessen sind alternative Therapiemaßnahmen in den Fokus gerückt. Internationale Studien belegen, dass sich Mithilfe von Physiotherapie die Symptome erkrankter Patienten lindern lassen. Physiotherapeutischen Maßnahmen, wie Muskelaufbauübungen oder Ausdauertraining, werden bereits ab einem Umfang von 16 Wochen signifikante Effekte auf die Lebensqualität von Alzheimer-Patienten nachgewiesen. Sowohl die Bewältigung alltäglicher Aufgaben als auch der Sprachfluss verbessern sich, Symptome wie Angst, Depression oder Schlaflosigkeit lassen nach. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass dauerhafte Physiotherapie in Kombination mit einem aktiven Lebensstil die Krankheit verlangsamen und gleichzeitig die Aktivitäten des alltäglichen Lebens erleichtern kann.

Mit Aktivität dem Gedächtnisschwund vorbeugen


Auch als Präventionsmaßnahme gegen Demenz ist die körperliche und geistige Aktivität mit am besten belegt. Durch Bewegung wiederum wird nachweislich nicht nur der Körper, sondern auch das Gehirn auf Trab gehalten. Körperliche Aktivität versorgt das Gehirn mit Nährstoffen, fördert die Produktion von Nervenzellen und Verknüpfungen im Kopf und wirkt noch dazu anderen Demenz-Risiken, wie Diabetes oder Bluthochdruck, entgegen. Forscher aus den USA haben in einer großangelegten Studie über 40 Jahre hinweg beobachtet, wie sich Aktivität auf die Entstehung dementieller Erkrankungen auswirkt. Das Ergebnis lässt keinen Raum für Diskussionen: Die Teilnehmer mit der höchsten körperlichen Aktivität erkrankten um ein Drittel seltener an Demenz als die Teilnehmer, die sich am wenigsten bewegten. Das Demenz-Risiko kann auch bereits mit wenig Bewegung gesenkt werden, wie eine weitere Studie zeigt. Wichtiger als die Intensität ist die Kontinuität. Dafür hilft es, sich eine Aktivität zu suchen, die einem Spaß bereitet.

Physiotherapeutische Präventionskurse


Ältere Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Alzheimer aufweisen, bleiben von einem Verlust an Hirnmasse verschont, wenn sie mindestens dreimal wöchentlich wenigstens 15 Minuten flott gehen, joggen oder schwimmen. Viele Physiotherapiepraxen bieten Präventionskurse an, in denen der Therapeut auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten eingehen kann. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die Übungen korrekt und gelenkschonend durchgeführt werden, um ein optimales Trainingsergebnis zu erzeugen. So können unter der professionellen Anleitung eines Physiotherapeuten zum Beispiel Nordic-Walking-Kurse, Aquafitness oder ein Herzkreislauftraining durchgeführt werden. Auch bei Demenz gilt also: Wer rastet, der rostet. Bewegung ist die sinnvollste Maßnahme, um nicht nur den Körper, sondern auch die grauen Zellen fit zu halten.